Beeren sammeln in Norwegen

Foto © Alexander Geh

Verpflegung

Selbstverständlich hängt die Zusammensetzung des Proviants auch von den persönlichen Vorlieben ab. Je länger aber die Tour ist, desto wichtiger werden die Kategorien »platzsparend« und »kalorienreich«. Im August bereichern Beeren die Speisekarte: In den tiefen und mittleren Lagen wachsen mancherorts Legionen von Heidelbeeren, während Himbeeren eher selten sind, ebenso wie die arktische Moltebeere, die gereift (hell) orangefarben ist und bevorzugt in feuchten Gebieten gedeiht. Wer eine Angel mit sich führt, hat zwar gute Chancen auf ein schmackhaftes, proteinreiches Essen, sollte aber zuvor in Erfahrung bringen, wem die Seen in der Region gehören und ob bzw. wo eine Angelkarte dafür zu erwerben ist, wie bei Binnengewässern üblich. Am einfachsten in norwegischen Gebirgsregionen ist jedenfalls die Versorgung mit flüssiger Nahrung.

 

Trinkwasser

Grün und Blau sind die prägenden Farben in Norwegens Natur. Meistens ist es nicht weit bis zum nächsten Bach, Fluss oder See. Wer die Wahl hat, sollte stets die fließenden Gewässer bevorzugen, um die Trinkflasche aufzufüllen. In langen Trockenperioden kann es freilich knapp werden mit Wasserläufen und sollte etwas mehr Vorrat als gewöhnlich geschöpft und mitgenommen werden. Insofern ist auf der sicheren Seite, wer dann über mehr als ein Behältnis verfügt. Der Genuss gilt als unbedenklich, und der Autor dieser Zeilen hat in mehr als 30 Jahren noch nie gesundheitliche Probleme mit solchem Wasser bekommen.
Vorsicht ist geboten, wenn in der Gegend Tiere weiden: im Landessüden eher Schafe und Ziegen, im Norden eher Rentiere. In diesem Fall kann das Wasser durch den Kontakt mit Ausscheidungen belastet sein. Für solche Zweifelsfälle empfehlen sich desinfizierende Tabletten, die etwa 30 bis 60 Minuten Einwirkzeit benötigen, um eventuellen Bakterien und Viren den Garaus zu machen.
Bei Wasser aus stehenden Gewässern sollten empfindliche Naturen diese Vorsichtsmaßnahme prinzipiell anwenden, sofern das Wasser nicht abgekocht werden kann. Ein vergrößertes Risiko geht dabei von Tierkadavern aus, die nicht unbedingt vom Ufer aus zu bemerken sind. Ebenso vorsichtig sollte man bei verfärbtem Wasser sein, was nicht immer von unbedenklichen Humusstoffen stammen muss.

Foto © Terje Rakke / Nordic Life AS / www.fjordnorway.com

Foto © Terje Rakke / Nordic Life AS / www.fjordnorway.com

 

Hüttenwanderung / Tagestouren

Wer von Hütte zu Hütte geht, befindet sich in einer fast komfortablen Situation. Sofern es sich nicht um eine der (im Süden) seltenen unbewirtschafteten Hütten handelt, kann man nicht nur die abendliche Mahlzeit kaufen und (in den Hütten zur Selbstbewirtschaftung) selbst zubereiten, sondern auch Nachschub für die nächste Etappe unterwegs erwerben.
Die Wanderer haben mehr Platz im Rucksack, so dass sich beispielsweise auch je ein Apfel zumindest für die ersten Tage mitnehmen lässt. Ein Stück Obst am 3. Tag einer Wanderung schmeckt als willkommene Abwechslung besonders gut.
Eine gute, kalorienreiche Ration für unterwegs geben auch Schokolade, Nüsse resp. Studentenfutter und diverse Müsliriegel ab, wobei davon lediglich die Schokoladentafeln in einigen Hütten zu bekommen sind; häufiger sind dort Kekse eingelagert. Insofern lohnt es sich, die Tagesration(en) für unterwegs mehrheitlich beim Tourenstart mitzunehmen, während Frühstück und Abendessen eher aus den Speisekammern bestritten werden können, was freilich auf die Dauer wiederum kulinarisch unbefriedigend und auch kostspielig ist. Die Mahlzeiten in den bewirtschafteten Hütten sind ihr größtes Plus, da gehaltvoll und auch aus frischen Zutaten zubereitet.

 

Etappentour nur mit eigenem Proviant

Es ist ein anspruchsvolles Unterfangen, sich im Rahmen einer mehrtägigen Wanderung unabhängig mit eingepacktem Proviant zu ernähren. Ob dabei eher Körner, Nüsse, Trockenmilch, Schokolade, fetter Speck oder vielleicht sogar nahrhafter norwegischer Trockenfisch zum Einsatz kommen, entscheiden die Vorlieben und Gewohnheiten der Tourengänger.
Das »Trocken-« bietet dabei ein wichtiges Stichwort, denn in gut sortierten Outdoor-Läden bilden Trockengerichte heute ein eigenes Sortiment. Mit Wasser aufgeschüttet und nach einer gewissen Einwirkzeit fertig zum Verzehr, sind diese Fertigprodukte eine nicht billige, aber nährstoff- und abwechslungsreiche Alternative zum alltäglichen Körnersäckchen.

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