Foto © Anders Gjengedal - Visitnorway.com

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Breheimen

Breheimen

Wanderkarte Breheimen

Europas größter Festlandgletscher, der Jostedalsbreen, erstreckt sich über rund 470 km2 westlich von Jotunheimen; am Übergang zwischen beiden Gebieten verteilen sich weitere kleinere isolierte Gletscher, weshalb die Region auch als Breheimen bekannt ist, die Heimat der Gletscher. (Bre ist eines von mehreren norwegischen Wörtern für Gletscher.)
Der längliche Jostedalsbreen zieht sich über gut 40 km von Nordosten nach Südwesten. Auf beiden Seiten schieben sich Eiszungen in verschieden hoch gelegene Täler hinab, die treffliche Ziele für Tagestouren abgeben; manche liegen nur wenige hundert Meter über dem Fjordspiegel.
Zwischen 300 und 2.000 m hoch liegt der 1.310 km2 große Nationalpark Jostedalsbreen Nasjonalpark im Herzen des Gletschers. Einige wenige Gipfel lugen übrigens aus dem Eispanzer, so etwa der 2.083 m hohe Lodalskåpa, wohin auch geführte Touren stattfinden. 2009 wurde ferner der 1.691 km2 messende Nationalpark Breheimen ausgewiesen, der die kleineren Gletscher nordöstlich des Josteldsbreen umfasst.

Entgegen der lange gültigen Lehrmeinung ist der Jostedalsbreen kein Relikt der letzten Eiszeit, sondern entstand erst ab 500 als Folge einer starken Abkühlung, aus der immense, nicht getaute Schneefälle resultierten. Ab etwa 1750, als einige Gletscherzungen so weit wie nie zuvor in die Täler reichten, zog sich das Eis zurück. Bis heute beeinflussen schneereiche Winter und die Sommertemperaturen Höhe und Länge des Jostedalsbreen, doch dauert es (je nach lokalen Verhältnissen) 3–25 Jahre, bis eine Gletscherzunge reagiert, indem sie wächst oder sich zurückzieht. Insgesamt befindet sich der Gletscher auf dem Rückzug.

Hier finden Sie weitere Information zum Jostedalsbreen (Englisch).

 

Tagestouren:

An der Südostseite empfehlen sich vor allem die Gletscherzungen Austerdalsbreen (ca. 4 Std. retour), Bergsetbreen (2 Std. retour) und Nigardsbreen (1,5 Stunden retour), wo ein Teil der Strecke ab Parkplatz auch per Boot verkürzt werden kann und zudem geführte Gletschertouren stattfinden. Sein touristisches Pendant auf der Nordwestseite ist der Briksdalsbreen (2 Std. retour), wo sogar Elektrotaxis zwischen Souvenirshop und Gletscher verkehren.
Weitere lohnenswerte Ziele auf dieser Seite sind Kjenndalsbreen (35 Minuten retour) und Bødalsbreen (1 Std. retour), beide vom wild romantischen Lodal aus zu erreichen. Gehen Sie nicht über die Markierungen vor dem Eis hinaus und stellen Sie sich keinesfalls in das sog. Gletschertor, wo Geschmolzenes als Wasser abfließt. Das Eis ist in permanenter Bewegung und bricht ohne Vorwarnung ab; immer wieder sind Todesfälle durch unvorsichtiges Verhalten zu beklagen.

Foto © Alexander Geh

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Etappenwanderung:

Høyheimsvik – Navarsete – Fivla – Fast – via Mørkridsdal nach Skjolden. 4/5-Tage-Tour.

In Høyheimsvik am Lustrafjord beginnt gegenüber von »Luster Fjordhytter« eine Serpentinenstraße hinauf zum Waldrand mit Parkplatz. Auf Forstwegen geht es zu einer früheren Alm, wo der Fjord nach beiden Richtungen bestens zu überschauen ist. Über zuwachsende Almwiesen und Waldpfade wird die Baumgrenze erreicht, bald stellt sich der imposante Fernblick auf den Jostedalsbreen im Nordwesten ein.
Auf der ehemaligen Alm Navarsete (620 m) ist eine Hütte zur Selbstbewirtschaftung eingerichtet. Nachdem am ersten Tag alle lokalen Vegetationszonen durchwandert wurden, hält sich die Route fortan meist im Gebirge.

Da die dritte Tagesetappe sehr lang ist, gilt es zu überlegen, ob die zweite Nacht statt in der unbewirtschafteten, wundervoll gelegenen Fivla-Hütte (972 m) gut 90 Minuten weiter in Vigdalsstøl (770 m) verbracht werden sollte, eine Hütte zur Selbstbewirtschaftung, ebenso wie Fast (856 m). Auf dem Weg nach Fast liegt hinter der Höhe Hamrdalsnosi mitunter vereister Schnee in einem kleinen Talzug. Ab Fast begleitet die Route den See Åsetevatnet und den ablaufenden Wildbach bis Mørkri, wo sich ein Fahrweg bis Skjolden fortsetzt. Eventuell Übernachtung vor Ort, Bustransfer zurück nach Høyheimsvik.

Dauer: 2,5–3 Std. bis Navarsete – 4 Std. bis Fivla – 7 Std. bis Fast – 5 Std. bis Skjolden. Anstrengend.
Topo-Karte: Turkart Breheimen im Maßstab 1:50.000.

Foto © Alexander Geh

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Foto © Sverre Hjørnevik/visitnorway.com

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Foto © Alexander Geh

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