Foto © Anders Gjengedal - Visitnorway.com

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Hardangervidda

Wanderkarte Hardangervidda

Wanderkarte Hardangervidda

Die Hardangervidda ist mit 8.600 km2 Fläche Europas größtes zusammenhängendes Hochland, von dem 3.422 km2 seit 1981 als Nationalpark ausgewiesen sind. Die Höhe der meisten Gipfel schwankt zwischen 1.250 und 1.550 m; nur wenige ragen darüber hinaus, wie der Gletscher Hardangerjøkulen, dort wo einst die Dreharbeiten für »Star Wars«, Folge 5 stattfanden: Hier spielten die Außenszenen auf dem Eisplaneten Hoth.

Das raue Klima sorgt für einen langen Winter, einen kurzen, nicht mal drei Monate währenden Sommer und für vielerorts recht feuchtes Terrain durch die abgetauten Schneemassen; oberhalb von etwa 800 m lassen die lang anhaltende Kälte und der Wind nur niedrige Vegetationsformen zu, zum Beispiel Flechten, von denen sich die umherziehenden Rentierherden ernähren. Knapp 15.000 wild lebende Tiere wandern über die Hochfläche. Die Rentierzucht wurde in den 1950er Jahren aufgegeben, und auch die Almwirtschaft mit Schafen oder gar Ziegen ist, wie überall im Land, selten geworden.

Der Tourismus kam in den 1970er Jahren auf die Hardangervidda: Ein akkurat geflochtenes Wegenetz mit Hütten und Berghotels zum Wandern (und Langlaufen im Winter) umspannt die Hochebene, die mittlerweile auch unter ausländischen Skandinavien-Freunden ein Begriff ist. Wer die Weite sucht, wird hier glücklich sein; wer auf Einsamkeit aus ist, sollte im Voraus recherchieren.

Die Unterkünfte entlang der Straßen und die bewirtschafteten Hütten im Zentrum der Vidda sind zeitweise stark frequentiert. Wasserfeste Schuhe sind unerlässlich, mit sumpfigen Teilstrecken ist stets zu rechnen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu der Hardangervidda (Englisch).

 

Tagestour:

Rjukan – Krossobanen – Solstien.

Die Stadt Rjukan liegt am Südost-Rand der Hardangervidda in einem so schmalen, vom Bergriesen Gaustatoppen (1.883 m) nach Süden überragten Tal, dass die Sonne im Winterhalbjahr den Talgrund monatelang nicht erreicht. Also ließ ein großer lokaler Arbeitgeber 1928 eine Seilbahn bauen, damit die Talbewohner im Winter hinauf an den Rand der Vidda kamen und die Sonne genießen konnten.
Um 1990 stand die Krossobanen kurz vor dem Verfall, bis sie im Rahmen einer touristischen Offensive wieder an Bedeutung gewann und heute sogar ganzjährig verkehrt. Von der Bergstation Gvepseborg (403 m) führt ein Fahrweg weiter zur Hochebene und erreicht eine Steintreppe namens Solstien (Sonnenpfad), die einen schönen Aussichtspunkt gen Hardangervidda erklimmt.
Die Steintreppe haben 2010 übrigens nepalesische Sherpas angelegt. Es besteht die Möglichkeit zu einer familienfreundlichen Rundwanderung, ein Drittel davon auf der Treppe und zwei Drittel auf Fahrwegen.

Dauer ca. 1,5 Stunden reine Gehzeit.

 

Foto © Fotograf Jacobsen

Foto © Fotograf Jacobsen

 

Etappenwanderung:

Eidfjord / Hjølmo – Vivelid – Stavali – Kinsarvik. 3/4-Tage-Tour am Westrand der Hardangervidda.

Von der Ortschaft Øvre Eidfjord, wo das kommerzielle Hardangervidda Nasjonalparksenter ein erstes wetterfestes Kennenlernen ermöglicht, führt eine schmale, holprige Piste nach Hjølmo, hinauf an den Rand der Hardangervidda.
Von hier sind es knapp zwei Stunden meist durch lichten Birkenwald und Feuchtgebiete bis zur bewirtschafteten Hütte Vivelid (880 m). Ein Abstecher führt zur Aussicht auf den 272 m langen Wasserfall Valurfossen tief drunten im Valurdal.

Zwischen Vivelid und Stavali überquert der Pfad die Baumgrenze und steigt auf über 1.200 m ins Gebirge, bevor es hinunter an den See Lonavatnet geht, wo sich Abgehärtete an kleinen Sandstränden ins frische Nass wagen. Stavali (1.024 m) ist eigentlich eine Hütte zur Selbstbewirtschaftung; von Juli bis Mitte August öffnet aber auch eine Gaststube zum Einkehren.

Auf der Reststrecke hält sich der Pfad zunächst in etwa 1.000 m Höhe, bevor er steil abwärts steigt, sich durch enge Täler zwängt und einige rauschende Wasserfälle passiert, zuletzt im Husedal.

In Kinsarvik am Sørfjord bestehen Möglichkeiten zur Übernachtung sowie Busverbindungen nach Eidfjord; im Sommer verkehrt sogar ein Boot.

 

Dauer 2 Std. bis Vivelid – 6 Std. bis Stavali – 6 Std. bis Kinsarvik – Bus-/Bootstransfer retour plus gut 2 Std. auf der Piste nach Hjølmo, was eventuell auf den ersten Tag vorverlegt werden kann. Mittelschwer bis anstrengend.
Topo-Karte: Turkart Hardangervidda Vest im Maßstab 1:100.000.

 

Foto © CH - Visitnorway.com

Foto © CH – Visitnorway.com

Foto © Alexander Geh

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