Wanderregion Jotunheimen

Foto © Håvard Myklebust/visitnorway.com

Jotunheimen

Wanderregion Jotunheimen

Nirgends sonst im südlichen Norwegen präsentieren sich die Gipfel gezackter, wilder, alpiner als in Jotunheimen: Mit dem Galdhøpiggen (2.469 m) und dem Glittertind (2.452 m plus etwa 20 m permanente Schneedecke) recken sich hier Norwegens höchste Berge empor. Rund 200 Gipfel überragen die 2.000-Meter-Marke und 50 weitere 1.900 m. Der Name Jotunheimen entstammt treffend dem Wort jotar: Bergriesen.
Das Klima ist hier, am Übergang vom Fjord- zum Binnenland, recht verschieden: nach Westen zu den Fjorden hin niederschlagsfreudiger, in der Mitte und im Osten trockener und wärmer im Sommer. Dennoch gilt für die ganze Gebirgsregion, dass sich selbst in Sommernächten Frost einstellen kann.

1980 wurde der Nationalpark Jotunheimen (1.140 m2) ausgewiesen, der weitgehend oberhalb der relativ hoch gelegenen Baumgrenze bei 1.100 m verläuft. Die Vegetation beschränkt sich auf die kälteresistenten Moose und Flechten, auf Gräser, zum Teil seltene Blumenarten und Zwergsträucher. An Tieren sind besonders Greifvögel zu beobachten, aber auch Füchse, Schneehasen, kleine Nager und einige Herden wilder Rentiere. Auf einem Rentier will Peer Gynt in seiner abenteuerlichen Fantasiewelt über den Besseggen-Grat geritten sein, für uns genau die richtige Tagestour, wenn auch »nur« zu Fuß.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Jotunheimen (Englisch).

 

 

 

Tagestour:

Memurubu – Beseggen – Gjendesheim.

Der Klassiker in Jotunheimen beginnt mit einem Bootstransfer ab Gjendesheim über den Gjendesee zur Hütte Memurubu, wo der breit ausgetretene Pfad steil die ersten 400 Meter Anstieg nimmt.
Anschließend zeigt das Profil mal auf-, mal abwärts, bevor es hinunter zum lang gezogenen See Bessvatnet geht: Voraus zeichnet sich der berühmte, ansteigende Besseggen-Grat ab, der zunächst unbezwingbar schmal wirkt, mit abnehmender Distanz aber an Breite gewinnt. Bergauf ist der Grat auch zu meistern, sofern man nicht schwindelfrei ist.
Auf dieser Tour ist das traumhafte Panorama beständiger Lohn aller Mühen, der Blick auf die vielen Gipfel ringsum und auf die Seen unterhalb. Dem Anstieg von 1.008 m seit Memurubu auf 1.743 m folgt nun der Abstieg auf 995 m, der auf dem felsigen Untergrund ordentlich auf die Knochen geht, ein Plädoyer für den (allerdings korrekten) Einsatz von gelenkschonenden Wanderstöcken. Jedenfalls sollte diese anstrengende Tour nicht am Anfang eines Urlaubs geplant werden.

Dauer 6–7 Stunden reine Gehzeit.

 

Foto © Chris Arnesen/Visitnorway.com

Foto © Chris Arnesen/Visitnorway.com

 

Etappenwanderung:

Gjendesheim – Memurubu – (mit dem Boot nach) Gjendebu und zurück nach Memurubu – Gjendesheim. 3-Tage-Tour.

Zwischen Gjendesheim und Memurubu gibt es zwei Pfade: den über den Besseggen-Grat, der als Abschluss diese Etappenwanderung krönt, und einen weniger fordernden in Ufernähe des Gjendesees, der einem früheren Almweg folgt.
Die bewirtschaftete Hütte Memurubu verfügt wegen ihrer Nähe zum Besseggen inzwischen zwar über 150 Betten; doch sollte man sich besser im Voraus anmelden, wer ein Bett im Zimmer dem Matratzenlager vorzieht.

Die zweite Etappe beginnt mit dem Bootstransfer nach Gjendebu, am westlichen Ende des Gjendesees, da die Route von Westen nach Osten leichter zu begehen ist als umgekehrt. Wegen steil aufragender Felswände muss sie nämlich weiter vom Ufer abweichen als am Vortag, d.h. nach einer halben Stunde am bewaldeten Seeufer entlang geht es wie senkrecht hinauf, streckenweise mit Hilfe von kräftigen Ketten und nur bei Schwindelfreiheit anzuraten; dieser Abschnitt misst keinen Kilometer, danach ist der Anstieg moderater.
Vom höchsten Punkt auf rund 1.500 m steigt der Pfad hinab ins Tal von Memurubu.
Wer nicht schwindelfrei ist, kann die kniffligen Hänge umgehen: anfangs auf der Route nach Leirvassbu, trifft eine Abzweigung oberhalb der Steilhänge wieder auf die Memurubu-Route, wofür insgesamt 90 Minuten mehr zu veranschlagen sind.

Die Etappe des dritten Tags bildet unsere oben beschriebene Klassiker-Tour über den Besseggen.

 

Dauer: 4 Std. bis Memurubu – Bootstransfer plus 5 Std. nach Memurubu bzw. 6,5 Std. für Alternativroute ohne Steilhänge – 6-7 Std. nach Gjendesheim. Anstrengend.
Topo-Karte: Fjellkart CK45 Jotunheimen im Maßstab 1:100.000 und 1:50.000 (rund um den Gjendesee).

 

Foto © CH - Visitnorway.com

Foto © CH – Visitnorway.com

Foto © Øyvind Heen/Visitnorway.com

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Foto © Terje Rakke/Nordic Life AS - Visitnorway.com

Foto © Terje Rakke/Nordic Life AS – Visitnorway.com

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