Höhenrekordler der Gebirgsplanzen in Norwegen, Foto: Hans-Jürgen Gottschalk

Zu schön zum Übersehen: Pflanzen im Gebirge von Skandinavien

Die Vielfalt in Norwegens Landschaft vergönnt Ihnen als Wanderer nicht nur eine Fülle an landschaftlichen Eindrücken, an Natur im Panorama, sondern auch an Natur im Kleinen: Wer den Blick nach unten richtet, wird selbst an unwirtlichen Stellen immer wieder erstaunliche Pflanzen und Pflänzchen entdecken. Auch wo sich monatelang eine dichte Schneedecke behaupten kann und häufig ein frischer bis kalter Wind bläst, finden genügsame Gewächse ihr Auskommen.

Da sich die Vegetationszonen in dem Land mit seiner gewaltigen Längenausdehnung nach Norden hin stark verschieben, kann eine Pflanze, die in Südnorwegen mindestens 1.200 m Höhe benötigt, nördlich des Polarkreises bereits auf 600-800 m gedeihen – und am Nordkap mitunter schon fast auf Meeresniveau.

 

Kurzer Auszug einiger Pflanzen

Echtes Fettkraut Foto: Hans-Jürgen Gottschalk

Als Höhenrekordler gelten der Gletscher-Hahnfuß (bis 2.050 m) und die Moosähnliche Cassiope (bis 2.000 m), die beide in Südnorwegen die mittlere alpine Zone ab etwa 1.200 m benötigen und dort deshalb bevorzugt in Jotunheimen vorkommen, wo sich Norwegens höchste Gipfel mit bis zu 2.469 m erheben – und rund 200 weitere 2.000er.
Der Scharfe Mauerpfeffer (bis 2.000 m), Zwerg-Kraut, Kraut-Weide und Polar-Weide (jeweils bis 1.900 m), Breit-Wegerich und Gämsheide, Silberwurz und Stängelloses Leimkraut sowie mehrere Seggen-Arten (jeweils bis 1.800 m) kommen auch in der unteren alpinen Zone und zum Teil sogar in der subalpinen Zone und im Tiefland zurecht.

Wichtige abiotische (= nicht lebende) Umweltfaktoren für das Gedeihen sind dabei die Höhe zum Meeresspiegel, die durchschnittliche Schneehöhe, das Wasserangebot und der Anteil von Kalk im Boden.

Natürlich müssen die Höhenrekordler nicht stets die (optisch) reizvollsten Gebirgspflanzen sein. Wer auf der Fjordruta, in Ryfylkeheiane oder auf dem kargen, vielerorts feuchten Hochplateau der Hardangervidda unterwegs ist, deren Pfade überwiegend »nur« auf 900-1.250 m verlaufen, hat zum Beispiel beste Chancen, auf das markante Echte Fettkraut oder den nicht weniger faszinierenden Rundblättrigen Sonnentau zu treffen.

 
 
 

Pflanzenbestimmung ganz einfach

Pflanzenbestimmungsbuch: Skandinavien – Pflanzen im Fjäll

Der Verlag Edition Elch hat ein Pflanzenbestimmungsbuch über die nordische Gebirgsflora herausgebracht, das in die 2. Auflage geht und sich vor allem an Hobby-Botaniker und interessierte Laien wendet.

Es umfasst 236 Pflanzen auf Farbfotos, Informationen über deren Biologie, Biotop und Verbreitung sowie eine Einführung: Skandinavien – Pflanzen im Fjäll von Hans-Jürgen Gottschalk.

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