Wandern in Ryfylkeheiane

Foto © Alexander Geh

Ryfylkeheiane

Wanderkarte Ryfylkeheiane

Ganz im Südwesten Norwegens bilden acht Gemeinden im landschaftlich schönen Hinterland von Stavanger die Region Ryfylke. Ihre Kennzeichen sind tief ins Land reichende Fjorde und eher sanft gerundete Höhenzüge: vorwiegend hellgrauer Granit, in dem Zwergbirken, Gras und anderer spärlicher Bewuchs grüne Tupfer abgeben. Die höchsten Gipfel der gebirgigen Ryfylkeheiane landeinwärts erreichen Höhen um 1.000 m, so dass die Wanderer auf nur wenigen hundert Metern Höhenunterschied sämtliche Vegetationszonen bis zu Bergtundra und Hochgebirge durchlaufen, mitunter mehrfach an einem Tag. Mit etwas Glück bekommt man auch einen Steinadler zu sehen, der hier inzwischen wieder heimisch geworden ist und unter strengem Naturschutz steht. In den rauen Gipfellagen unterwegs, kann man sich kaum vorstellen, dass die Küste mit ihrer viel milderen Klimazone nur wenige Kilometer entfernt verläuft. Die Ryfylkeheiane sind mit ihrer prachtvollen Natur ein eher abgelegenes, nicht sonderlich stark frequentiertes Wanderparadies – abgesehen von der fotogenen Felskanzel Preikestolen, eines der landesweit populärsten Wanderziele überhaupt.

Hier finden Sie weitere Informationen über die Region Ryfylke (Deutsch).

 

 

 

 

 

Tagestour:

Preikestolen. Die Kanzel (wörtliche Übersetzung: Predigtstuhl) erhebt sich in 604 m Höhe senkrecht abfallend über dem Lysefjord und ist eines der meist begangenen Wanderziele in Norwegen. Und da sich mittlerweile eine sechsstellige Zahl an Touristen dorthin aufmacht, wurde die Route wesentlich entschärft, ja, man könnte sogar lästern: entnorwegisiert. Nach den anfänglichen Felsbahnen führt sie über Holzbohlentrassen durch die Sümpfe im Tiefland. Dort wo früher zum Teil große Felsblöcke in einem engen, steilen Anstieg zu überklettern waren, erleichtern heute treppenartige Aufschüttungen das Vorwärtskommen. Am Ende des Geröllhangs ist der größte Höhenanstieg gemeistert, wird das Gelände flacher, der Bewuchs spärlicher, öffnet sich der Blick auf eine furiose Berglandschaft mit einigen Seen. Weitere Bohlenpassagen sowie Brücken, die Engstellen nahe zum Abgrund verbreitern, sorgen für trockene Füße und sicheres Ankommen. Zuerst gerät der kilometerlange Lysefjord bis zu seinem Ende in Lysebotn in den Blick, dann nach einem Bogen die Kanzel selbst, die heute einem Wallfahrtsort gleicht, wo sich nicht nur Wanderer, sondern auch Musiker und andere Zeitgenossen einfinden, die sich über Publikum freuen, gleich einem Schmelztiegel auf 25 x 25 m Fels. Die Mutigen stellen oder setzen sich an den Rand, lassen die Beine hinunter baumeln; die Vorsichtigen schieben sich mit dem Kopf zuerst nach vorne, bis sie schaudernd in den Abgrund blicken. Etwas abseits führt eine Leiter weiter nach oben zu einem anderen famosen Aussichtspunkt, das Felsplateau nun mit einbezogen. Dauer 3 Std. reine Gehzeit.

 

Preikestolen in Norwegen

Foto © Terje Rakke/Nordic life 2011

Etappenwanderung:

Nes – Viglesdal – Stakken – Nilsebu – (Stakken –) Nes. 4/5-Tage-Tour.

Auf einem alten Karrenweg geht es über eine Steintrasse zunächst steil, dann sanfter hinauf durch ein Hochtal, das steile Bergwände einfassen. Wasserfälle rauschen herab und vereinen sich zu einem wilden Flüsschen, das sich stellenweise verbreitert und unterhalb des Wasserfällchens Hiafossen sogar zum Baden eignet.
Die Bäume treten allmählich zurück; im Sommer weiden hier Schafe, aber die Almen wurden aufgegeben. Der Pfad erreicht den See Viglesdalsvatnet, dessen Abfluss eine historische Steinbrücke überquert; auch hier lässt es sich baden. Fortan begleitet der Weg den See über Geröllhalden hinweg, wirkt aus der Ferne fast abenteuerlich, da sich die Berghänge darüber voller Gesteinsbrocken hinaufziehen.
Dann öffnet sich allmählich das Viglesdal, eine grüne Ebene zwischen markanten Felswänden. Im Bereich der verlassenen Alm hat der DNT (Den norske Turistforeningen; Wanderverein) eine unbewirtschaftete Hütte gebaut (425 m).

Am zweiten Tag macht die Route Steigung durch schöne Täler und überquert die steinige, zugige Hochebene Klinkehorten (um 1.000 m), wo der Schnee in geschützten Senken bis weit in den Sommer ausharrt. Vor dem Abstieg kommt die idyllisch vor einem See gelegene Hütte Stakken in Sicht, das Ziel dieser Etappe (760 m).

An den nächsten beiden Tagen umkreist der Pfad den Nilsebuvatn und seine Nachbarseen, ein munteres Auf und Ab über Felskuppen mit schönsten Aussichten sowie Talabstiegen. Es warten Aufenthalte in Nilsebu (730 m) und wieder Stakken, beides Hütten zur Selbstbewirtschaftung.

Auf dem Rückweg kann man sowohl ein weiteres Mal in der Viglesdalshytta nächtigen als auch direkt zum Startpunkt Nes zurückkehren, da es ab der Steinebene fast nur noch bergab geht.

 

Dauer: 3 Std. bis Viglesdal – 4,5 Std. bis Stakken – 4 Std. bis Nilsebu – 3,5 Std. bis Stakken – 3,5 Std. bis Viglesdal oder alternativ 5,5 bis Nes. Mittelschwer.
Topo-Karte: Turkart Hjelmelandsheiane im Maßstab 1:50.000.

 

Foto © Alexander Geh

Foto © Alexander Geh

Ryfylkeheiane_Nes2

Foto © Alexander Geh

Ryfylkeheiane_Nes

Foto © Alexander Geh

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